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Hilfe bei Führerscheinverlust - MPU-Vorbereitung

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Leseprobe


Alkohol? Drogen? Punkte? MPU?

Einleitung

Weit mehr als 100.000 Autofahrer müssen sich jedes Jahr einer medizinisch-psychologischen Untersuchung (MPU) unterziehen – die meisten wegen Alkohol am Steuer.

Die Untersuchung erfolgt auf Veranlassung der zuständigen Fahrerlaubnisbehörde (Führerscheinstelle) und im Auftrag des Betroffenen.

Das zu erstellende Gutachten nennt sich „Verkehrspsychologisches Fahreignungsgutachten“ und dient ausschließlich zur Vorlage bei der Fahrerlaubnisbehörde und dieser als Entscheidungshilfe - entsprechend der Fahrerlaubnis-Verordnung.

Bereits ab 0,5 Promille gibt es ein Fahrverbot von 1 Monat und 4 Punkte.
Beim zweiten Verstoß ab 0,5 Promille gibt es ein Fahrverbot von 3 Monaten und 4 Punkte - jeweils zusätzlich eine Geldstrafe.
Wenn Anzeichen von Fahrunsicherheit vorliegen oder es zu einem Verkehrsunfall kommt, führt dies zu einer härteren Strafe.

Bei einem Promillewert ab 1,1 kommt es zum Führerscheinentzug
(Sperrfrist 6 Monate bis 5 Jahre oder auf Dauer), 7 Punkte und noch zusätzlich eine Geld- oder Freiheitsstrafe bis zu 5 Jahren.
(Stand: 01.02.2009)

Ab 1,6 Promille muss jeder zur MPU - im Wiederholungsfall schon früher.

Aber nicht nur alkoholauffällig gewordene Fahrer müssen sich einer MPU unterziehen, sondern auch diejenigen, die mehr als 18 Punkte in der Flensburger „Verkehrsünderkartei“ zusammengetragen oder unter Drogeneinfluss ein Kraftfahrzeug gelenkt haben.

Im Einzelnen lassen sich folgende Gruppen unterscheiden:

  1. Kraftfahrer, die unter Alkoholeinfluss gefahren sind.
  2. Kraftfahrer, bei denen der Verdacht auf Drogenabhängigkeit besteht, bzw. die im Besitz von Drogen angetroffen werden oder unter der Wirkung von Drogen gefahren sind.

  3. Kraftfahrer, die wegen verschiedener Übertretungen der Straßenverkehrsordnung auffällig geworden sind - die sogenannten „Punktesammler“ (Rotlichtfahrer, überhöhte Geschwindigkeit, Nötigung wegen zu dichten Auffahrens etc.)
  4. Kraftfahrer, die erhebliche Straftaten im Zusammenhang mit dem Straßenverkehr unter Nutzung eines Kraftfahrzeuges oder Straftaten mit einem hohen Aggressionspotential begangen haben.

  5. Kraftfahrer, die wegen ihres hohen Alters, Krankheit, Behinderung oder nachlassender Leistung sich der MPU stellen müssen.

In den Augen der Gutachter gilt die Gruppe der alkoholauffällig gewordenen Kraftfahrer als Gefahr für die Allgemeinheit und – bezogen auf den Alkohol – als besonders rückfallgefährdet.

Tausende von Menschen sterben jährlich auf den Strassen wegen Alkohol am Steuer, Drogen oder zu schnellen Fahrens.

Dieses Verkehrspsychologisches Beratungsprogramm zur Vorbereitung auf die MPU will deshalb nicht nur einen guten Überblick über das Prüfungsverfahren vermitteln und Ihnen dabei helfen, sich bestmöglichst auf die MPU vorzubereiten, sondern auch Gefahren und Wirkungen des Alkohols deutlich machen – auch dieses Wissen wird von Ihnen bei der MPU verlangt!!

Ausführlich behandelt dieses Beratungsprogramm die Frage, die sich wohl jeder Betroffene irgendwann stellt: Soll ich wieder zum „kontrollierten Trinken“ zurückkehren oder in Zukunft lieber abstinent leben? – Was „verlangt“ der MPU-Gutachter?

Und dann die Sache mit dem „Rückfall“ – ist man für alle Zeiten vor dem Alkohol sicher? – oder ist man in bestimmten Situationen rückfallgefährdet? Wie sieht das der MPU-Gutachter?

Drogen: In vielen Ratgebern für die MPU leider ein Randthema; prozentual steigt die Zahl derer, die wegen Drogenkonsums zur MPU müssen, immer mehr an. Ich möchte in meinem Beratungsprogramm für Betroffene – aber auch für Interessierte - einen Überblick geben über die wichtigsten bzw. meist konsumierten Drogen, deren Herkunft, Wirkung, Langzeitfolgen, Abbauzeiten, Drogentests (Drogenscreenings) und die Auswirkungen auf die Verkehrs- tüchtigkeit.

Wie sieht mich der MPU-Gutachter?“ „Was erwartet der MPU-Gutachter von mir als Drogenkonsument? – oder bei Medikamentenmissbrauch?“

Weiter: Wie sieht mich der Gutachter, wenn ich zu viele Punkte bei zu schnellem Fahren, zu dichtem Auffahren, überholen im Überholverbot „eingesammelt“ habe? – als einen uneinsichtigen, unbelehrbaren und aggressiven „Rowdy“?
Wie kann ich den MPU-Gutachter überzeugen, dass ich in Zukunft angepasst fahren werde? Was habe ich geändert? Welche Strategie habe ich entwickelt?

Wie sieht mich der MPU-Gutachter, wenn ich eine Straftat mit dem Auto begangen habe?
Wie kann ich ihm zeigen, dass ich mich geändert habe?

In meiner Praxis ist meistens eine der ersten Fragen von Betroffenen, die zur MPU müssen: Wie läuft eigentlich eine MPU ab? „Was passiert da eigentlich?“
Aus diesem Grunde habe ich eine Klientin gebeten – aus ihrer Sicht – ihren Tag bei der MPU zu schildern.

In einem anderen Kapitel habe ich aufgezeigt, wie „Ihr Weg zurück zum Führerschein in 15 Schritten“ aussehen könnte.

Und: Warum gibt es eigentlich eine MPU? – Gedanken dazu.

Ein Kapitel („Frauen und die MPU“) habe ich den Frauen gewidmet.
Werden Frauen bei der MPU anders gesehen?

Senioren: Ein Thema, dass immer aktueller wird.
Jeder von uns ist vielleicht schon einmal in einer bestimmten Situation etwas unsicher oder unachtsam gefahren; Senioren werden in gleichen Situationen bei Auffälligkeiten immer eher zur MPU „verdonnert“. Was erwartet die Senioren dort?

Sehr lehrreich sind meines Erachtens die vielen abgedruckten und kommentierten MPU-Gutachten. Aufgezeigt wird, wie viele Fehler bei dem MPU-Gespräch mit dem Psychologen gemacht werden können.
Lernen Sie aus den Fehlern anderer!

Ein Kapitel ist der Angst und der Sucht gewidmet.
Man schätzt, dass 10-12 % aller Menschen an Angstzuständen leiden und davon haben ca. 30% Probleme mit Alkohol und konsumieren ihn als vermeintliches Hilfsmittel.

Darüber hinaus werden noch die rechtlichen Vorraussetzungen und eventuellen Rechtswege angesprochen, die Ihnen verbleiben, wenn Sie die MPU nicht bestanden haben.

Wie alles anfing: „Die Polizeikontrolle“- leider für die meisten, die dieses Buch gekauft haben, schon Vergangenheit.
Trotzdem: Wie verhalte ich mich bei einer Polizeikontrolle? Muss ich pusten? Der Arzt fordert mich auf, nach der Blutentnahme Tests zu machen – muss ich das? Sollte ich das?

Für den schnellen Überblick habe ich ein Kapitel über „Häufig gestellte Fragen“; Fragen von Klienten, die immer wieder gestellt werden – mit kurzen Antworten von mir.

Damit Sie sich optimal auf die MPU vorbereiten können, habe ich noch Fragebögen in einem Kapitel abgedruckt, die Sie bei der MPU - oder wenn Sie Glück haben - vor der MPU ausfüllen müssen.

Ein kleiner Exkurs über eine eventuell vorhandene Prüfungsangst und deren Bewältigung schließen dieses Beratungsprogramm ab.

Eine Bitte noch: Glauben Sie nicht, dass die MPU ein Idiotentest ist, wie sie auch volkstümlich genannt wird – ansonsten gäbe es auch nicht diese hohe Durchfallquote.

Die Durchfallquoten aller Anlassgruppen (Alkohol, Punkte, Drogen, Mindestalter etc.) bei der MPU lagen z.B. im Jahr 2009 bei

  • 50,81 % positive Gutachten

  • 12,92 % negative Gutachten mit Kurszuweisung
  • 36,27 % negative Gutachten

Die oben angegebenen 12,92 % könnte man auch als „bedingt positiv“ bezeichnen. Hier wird eine Empfehlung zur Teilnahme an einen Kurs zur Wiederherstellung der Fahreignung nach § 70 Fahrerlaubnisverordnung ausgesprochen. In diesem Fall bekommt man die Fahrerlaubnis nach Teilnahme an einer solchen Maßnahme in der Regel wieder.

Die Zahlen, die manche unseriöse MPU-Vorbereiter in die Welt setzten, z.B. 90 % würden durchfallen, sind deshalb absolut falsch! – man kann dies nur als „Panikmache“ bezeichnen. Diese unseriösen, selbsternannten MPU-Berater oder Verkehrspädagogen schüren noch die Angst vor der MPU, um möglichst viel Geld für eine meist unqualifizierte MPU-Vorbereitung zu verlangen.

Zu erwähnen wäre aber hier noch, dass noch vor ca. 10 Jahren die Durchfallquote sehr viel höher gewesen ist; trotzdem ist sie auch heute noch zu hoch!

Die Wahrscheinlichkeit, dass Sie ein positives Gutachten bekommen, hängt ausschließlich von einer sehr guten Vorbereitung ab.

Der MPU-Gutachter, ob er nun vom TÜV, AVUS oder beispielsweise von der DEKRA ist, will niemanden durchfallen lassen, auch wenn die obigen Zahlen etwas anderes vermuten lassen könnten – aber: Wer sich nicht auf die MPU vorbereitet bzw. nichts für sich tut, bekommt mit größter Wahrscheinlichkeit ein negatives Gutachten!

Sie bekommen nur eine positive Beurteilung bei der MPU, wenn Sie glaubhaft machen können, dass Sie sich intensiv mit Ihrer Vorgeschichte auseinandergesetzt haben und es dadurch zu einer Verhaltensänderung gekommen ist.

Sollten Sie meine Telefonberatung (vgl. Seite 349) in Anspruch nehmen, rufen Sie mich einfach an, damit wir einen Termin – auch abends – vereinbaren können.

Selbstverständlich können Sie auch – nach Terminabsprache - zu mir persönlich nach Mohrkirch in Schleswig-Holstein kommen.

Für die MPU wünsche ich Ihnen alles Gute!


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